Permakultur auf dem Palkieshof

Bio-intensive Landnutzung – nachhaltig und regenerativ.

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Was ist Permakultur?

Permakultur ist nicht nur ein Konzept zur ertragreichen und umweltschonenden Landwirtschaft, sondern basiert darüber hinaus auf ethischen Werten: .

  • Earth Care – Sorge für die Erde
  • People Care – Sorge für die Menschen
  • Fair Share – Begrenze Konsum und Wachstum, verteile Überschüsse

Anwendungsbereiche

Die Anwendungsbereiche der Permakultur sind umfassend und vielfältig:
Von Landwirtschaft bis Gemeinschaftsbildung

Seit Permakultur in den 1970er Jahren als Gestaltungsansatz für eine nachhaltige Landwirtschaft begründet wurde, haben Permakultur-Interessierte auf der ganzen Welt die zugrundeliegenden Prinzipien weiterentwickelt, Fachwissen zusammengetragen und Praxiserfahrungen gesammelt. Dadurch wird Permakultur auf immer mehr Lebensbereiche anwendbar: Ökonomische Konzepte, Gemeinschaftsbildung, Regional- und Freiraumplanung, kommunale Daseinsvorsorge, aber natürlich auch auf Landwirtschaft, Gärtnern, Selbstversorgung und Hausbau.

Verantwortlicher Umgang mit Land & Natur
In diesem Bereich geht es um Landwirtschaft und Gärtnern sowie um nachhaltige Forst- und Wasserwirtschaft. Permakultur fragt hier, wie die Bedürfnisse verschiedener Bevölkerungsgruppen, der Pflanzen, der Tiere und des Bodens an einem Ort zusammengebracht werden können. Gemeinsam sollen sie ein lebendiges, stabiles Ökosystem ergeben.
Werkzeuge & Technologien
Hier steht die Entwicklung moderner Technologien im Fokus, die auf nachwachsenden Rohstoffen und erneuerbaren Energien basieren, aber auch die Wiederentdeckung alter Handwerkstechniken wird mit einbezogen.
Bildung & Kultur
Welche vielfältigen Fähigkeiten brauchen Menschen, um ihr Leben und ihr Lebensumfeld aktiv mitzugestalten? Für zukunftsfähige Lebensweisen benötigen wir neue Geschichten, die von Kooperation statt Konkurrenz erzählen und die Fülle des Lebens wie seine Begrenzung wertschätzen. Alternative, inklusive Schulmodelle oder innovative Formen der Erwachsenenbildung gehören ebenso in diesen Bereich wie Gemeinschaftsgärten, Repair-Cafés oder regionale, saisonale Küche.
Gesundheit & Wohlbefinden
Hier geht es um die Frage, wie Menschen ganz in ihre Kraft kommen können. Wir erkunden, welche Praktiken und Lebensumfelder umfassende Gesundheit fördern und wie gesunde Ernährungsweisen in Einklang mit der Umwelt aussehen können. Yoga, Meditation und andere Übungen für Körper und Geist sowie die Entwicklung naturverbundener Rituale gehören ebenso in diesen Bereich wie Wissen über Heilkräuter oder Formen der gemeinschaftsbasierten Gesundheitsvorsorge.
Finanzen & Wirtschaft
Wie können wir so wirtschaften, dass für die Bedürfnisse aller gesorgt ist und die natürlichen Lebensgrundlagen erhalten bleiben? Regionalwährungen oder Tauschringe gehören ebenso in diesen Bereich wie Betriebe in Gemeinschaftsbesitz, solidarische Landwirtschaft und die Ansätze der Gemeinwohl-, Postwachstums- oder Schenkökonomie.
Politik, Gemeinschaft & Soziales
Die Gestaltung unseres Zusammenlebens und -arbeitens in Familien, Arbeitsteams und Institutionen, Städten und Dörfern und darüber hinaus ist ein wesentlicher Aspekt einer gesunden Gemeinschaft. Permakultur schafft Systeme, in denen alle die Möglichkeit zur Mitsprache und politischen Beteiligung haben. Generationsübergreifende Wohnprojekte und die Pflege von Gemeingütern gehören ebenso in diesen Bereich wie das Einüben beziehungsstiftender Kommunikation oder Methoden der gewaltfreien Konfliktbearbeitung.

Entstehung eines Market Gardens auf dem Palkieshof

Unser Garten war bis Herbst 2019 noch eine Pferdeweide. Im Rahmen des Förderprojektes „Kurze Wege für den Klimaschutz“ sollte daraus ein Selbstversorger-Gemeinschaftsgarten entstehen. Nach Einmessung einer Gemüsefläche wurde diese zunächst gefräst. Im Anschluss daran erfolgte die Einteilung der einzelnen Quartiere mit einer 7-jährigen Fruchtfolge. 

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Die Quartiere wurden ab Frühjahr 2020 Stück für Stück in Bewirtschaftung genommen, nachdem Hühner in einem mobilen Stall zunächst die Erde gelockert und gedüngt hatten. So entstand ein vielfältiger biologisch bewirtschafteter Gemüsegarten.

Da dieser Garten noch weitere Menschen mit regional angebauten Gemüse versorgen sollte, wurde das Konzept für das Jahr 2021 auf Market Gardening nach Jean-Martin Fortier umgestellt. Market Gardening ist hochproduktiver Gemüseanbau auf kleiner Fläche bei gleichzeitigem Humusaufbau. Somit ernten wir nicht nur leckeres Gemüse, sondern leisten auch aktiv einen Beitrag zum Klimaschutz.

Im November 2020 wurde zur Vorbereitung für den Market Garden die Gemüsefläche im Freiland noch einmal neu vermessen. Die gesamte Fläche wurde mit Kompost versehen, der anschließend mit einer Kreiselegge eingearbeitet wurde. Für eine bessere Zersetzung des Komposts und zur Beikraut-Regulierung wurde die Fläche komplett mit Mulchfolie abgedeckt.

Im Februar 2021 haben wir die Folie Stück für Stück runter genommen und in Streifen geschnitten, die anschließend wieder die Beete bedecken, die noch nicht bewirtschaftet werden. Mit einem Einachser und einem Pflug wurden anschließend Wege mit einer Breite von 40 cm für die insgesamt 40 Beete angelegt. Die tiefer liegenden Wege werden mit Kleegras eingesät. 

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Das Kleegras sorgt dafür, dass der Boden gut geschützt ist, bringt Nährstoffe, speichert Wasser für die Gemüsepflanzen auf den Beeten und ist gleichzeitig auch Mulchmaterial.

In der 9. Kalenderwoche wurden schließlich die ersten Jungpflanzen im Freiland unter Minitunneln und in den Folientunneln gepflanzt. Die Anbauplanung mit über 25 Gemüsesorten wurde für 30 Ernteanteile, für eine Gemüsesaison von 25 Wochen, beginnend im Mai 2021 entwickelt. Für das Jahr 2022 sind 40 Ernteanteile geplant.

Unsere Strukturen ähneln einer SoLawi – eine Gruppe von Menschen abonniert wöchentlich eine Gemüsekiste und sorgt so dafür, dass die Landwirtschaft vor Ort und nicht das einzelne Lebensmittel finanziert wird.

Was ist Market Gardening genau?

Das System Market Gardening ist verwandt mit dem biointensiven Gemüsebau. Es ist eine Anbaumethode, die sich gut für den Anbau auf kleinen Flächen eignet. Diese Anbaumethode erfüllt viele Kriterien des regenerativen Gemüsebaus und ermöglicht einen kostengünstigen Einstieg in professionelles Gärtnern. Der Begriff wurde von Jean-Martin Fortier und Eliot Coleman geprägt. Bereits im 18. Jahrhundert wurde in Frankreich auf diese Art Gemüse angebaut.

Market Gardening zeichnet sich durch eine hohe Standardisierung und effizientes Design aus. Dabei setzt es auf leichte, günstige aber dennoch effektive Handtechnik. Somit ist effizientes Arbeiten bei gleichzeitig niedrigem Investitionsbedarf möglich. Durch dieser Kombination kann bereits auf 500 bis 2000 m² eine Existenz finanziert werden.

Weitere Informationen finden Sie in diesem Artikel und in diesem Webinar.

Marktgärtnereien sind:

9

kleinstrukturiert

9

saisonal

9

vielfältig

9

ökologisch

9

produktiv

9

investitionsextensiv

9

konsumentennah

Wir halten Sie auf dem Laufenden!

Auf dieser Seite werden wir immer mal wieder über den Fortschritt des Market Gardens berichten. Werfen Sie gern einen Blick in unsere Pflanzpläne oder lesen Sie unser Pflanzkonzept.

Permakulturelles Entwicklungs- und Pflanzkonzept des Palkieshof
Geländeplan
Erweiterung
Palkieshof
Permakulturgarten
Pflanzplan
 
Buch Biogemüse
Für weitere Infos empfehlen wir folgendes Buch:
Titel: Bio-Gemüse erfolgreich direktvermarkten
Autor: Jean-Martin Fortier
ISBN: 3706626241
EAN: 9783706626248